November 6, 2012
Tauben und Falken – in China und im Westen und – was haben Feen und Wölfe - Nymphen und Piraten damit zu tun?

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Zu Chinas Rolle in diesem Spiel einmal mehr betont da jemand, „Peter Scholl-Latour ging ja immer davon aus, dass ein weniger autoritäres Regime in China automatisch zu einem riesigen Blutvergießen führen würde und das Land quasi automatisch zusammenbräche. …“ 

Da gibt der hier Schreibende dem deutsch-französischen Altmeister des global fundierten Journalismus zwischen allen Welten 62 auch durchaus Recht – sieht er doch auch die Kampagne gegen Bo Xilai vom April 2012, als er selbst in China war primär vor diesem Hintergrund.
„Alles in allem jedoch erscheint Scholl-Latour mir in vielerlei Hinsicht zu statisch in seinen Beurteilungen. Führende chinesische Soziologen, die da auch als Berater des Politbüros fungieren sehen die Dinge auch wesentlich verstärkt von der Seite des Volkes her und weisen insofern immer wieder auf Verfassungsanspruch und -wirklichkeit hin.
Die Bremsung und Umwandlung des Turbokapitalismus zu den Zielen des 
12. Fünfjahresplans24 - Binnenwirtschaft stärken, grüne und soziale Marktwirtschaft ist eine gewaltige Zerreißprobe für das Reich der Mitte und - der Satz “Alle Wirtschaftsentwicklung dient dem Glück des Volkes” - er ist ein hoher Anspruch, an dem aller Wandel dort gemessen werden wird.“
Und – wie schon öfter betont hier – die Angst auch der KP vor Massenaufständen und – dem Zerbrechen des Reichs der Mitte – sie ist gewaltig. Man wird alles daran setzen, dies zu verhindern. 

Die Tauben und Falken im Reich der Mitte und in den US und deren Wirkungsweisen unterscheiden sich da in ihren Prämissen und Handlungsweisen gewaltig voneinander. 

Die Falken in China werden weiter den Landraub in großem Stile und den Ausbau der Leichtindustrie zur so eher sinnfreien Immobilienblase mit unbedingter „Planungssicherheit“ für ihre Kaderklientel verfolgen. Dabei werden sie gewaltsam die Inflationsaufstände und wilden Streiks der Wanderarbeiter und alle anderen Proteste der Bürger gegen Umweltzerstörung und Plünderung aller Art im Inneren zerschlagen und eine immer restriktivere Informationspolitik über die blutigen Konsequenzen der neuen „Kulturrevolution“ im Reich der entleibten Mitte nach innen und außen verfolgen müssen. Sie werden unter dem Deckmantel der KP-Alleinherrschaft die Herausbildung einer immer dekadenter ihren Reichtum zur Schau stellenden „Elite“ in ihren Kadern fördern und mit aggressivem Lohndumping und „Einkaufstouren“ gerade im von der Eurokrise immer weiter geschwächten und – von „Guanxi“  - also „chinesischer Dankbarkeit“ recht ahnungslosen Europa – bevorzugt Deutschland versuchen, gigantische Firmenimperien aufzubauen. Von den so erzeugten „zentralistischen Monopolen mit dezentralem Charakter“ werden aber nur wenige eingeweihte Kader profitieren – der sogenannte Gini-Koeffizient 68 – das Arm-Reich-Gefälle könnte so eher zunehmen. Die hier vorher bereits beschriebene zunehmende Militarisierung auch der Außenpolitik im Reich der Mitte, das nun mit Implosion der Pax Americana sich zunehmender Planungsunsicherheit bei Ressourcen- und Geldverteilung und einem Containment von Seiten der US im Pazifik gegenübersieht wurde schon erläutert. 92
In Afrika, wo sie bisher durchaus „bilaterale Beziehungen chinesischer Art“ gepflegt haben – Erschließungsmaßnahmen im Zuge des Erwerbs von Land- und Schürfrechten zumeist mit Trupps aus den eigenen Heeren der Wanderarbeiter sehen sie sich natürlich vermehrt auch Amerikanern und Europäern gegenüber, die ihnen teilweise erbitterte Kämpfe um die jeweiligen Märkte – auch mit Hilfe der propagandistischen Heimatfront der Leitmedien liefern. Bisherige „Arbeitsteilungen“, wie etwa im Süd-Sudan, wo sie allen Geschäften nachgehen durften – bis auf das den US – dem Westen vorbehaltene Ölgeschäft bei gleichzeitiger Gewährleistung der militärischen Sicherheit durch westliche Truppen werden so zunehmend hinfällig.
„Doch inzwischen plant China eine Militärbasis auf den Seychellen, offiziell wegen der somalischen Piraten. Sie befände sich dann in der Nachbarschaft einer US-Basis, von der aus Drohnen starten.
Wegen derartiger geostrategischer Veränderungen scheinen die USA den Verlust ihrer Dominanz in der afrikanischen Region zu befürchten. Im nächsten Jahr soll eine Brigade der US Army nach Afrika entsandt werden, nach offizieller Lesart besteht ihre Aufgabe darin, einheimisches Militär zu trainieren. Das dürfte freilich nicht der einzige Einsatzzweck sein. Dabei sind US-amerikanische Verweise auf Chinas Rüstung arge Heuchelei: die chinesischen Militärausgaben lagen 2011 laut Friedensforschungsinstitut Sipri bei 143 Milliarden Dollar – in den USA waren es 711 Milliarden.“ 97  

Im Zuge der Abschottung – von innen wie von außen - jedoch könnte China so bald wieder zurückfallen in die Zeiten, die man tunlichst vermeiden wollte – die Blut-und-Boden-Zeit der Kulturrevolution – und bald dann auch wieder ins Trauma der sinkenden Bedeutung gegenüber dem Westen – das Trauma des Opium-Krieges. Spätestens in dem Moment, in dem immer mächtiger werdenden Falken im „Reich ohne Mitte“ dies schmerzhafter denn je bewusst werden wird wird es kein Halten mehr geben – dann hat man in China nichts, aber auch gar nichts mehr zu verlieren und – dann ist beim Untergang der „ältesten bestehenden Kultur der Menschheit“, auf die sich besonders auch rotchinesische Nationalisten trotz aller Brüche immer berufen für viele dort auch die Vernichtung der Species Mensch ein in Kauf zu nehmender Kollateralschaden. Bis zu einem gewissen Grade verständlich mithin – ist man doch immer wieder mit westlicher Ignoranz und Arroganz bestraft worden.
So weit sollte es nicht kommen – der Westen ist gefordert, rationaler und klüger – und auch empathischer zu handeln. Er muss dabei aber auch die Auswirkungen des eigenen Handelns und Wirtschaftens auf das Land – und seinen „sozialen Frieden“ per se stärker hinterfragen und entsprechend reglementierend vorausschauen. Dann werden sich auch moderate Kräfte in China durchsetzen – eben – die „Tauben“.

Die Tauben also indes werden in Beijing und den Provinzen den 12. Fünfjahresplan – und Verfassungsanspruch und –wirklichkeit stetig gegenüberstellen und so versuchen, den Arbeitern und der Mehrheit der entrechteten Landbevölkerung zu ihrem Recht zu verhelfen. Weiterhin werden sie sich bemühen, die vielerorts zerstörte Natur wie die vom Untergang bedrohte Kultur zu schützen und  - also einen Umbau zu einer „ökologischen sozialen Marktwirtschaft chinesischen Stils“ anzusteuern. Wang Yang, Parteichef aus Guangdong, der eben auch in der Wukan Krise 24 diesen viel beachteten Aufstand klug – und umsichtig - souverän und gewaltfrei löste – er ist da ein Hoffnungsträger – so wie der 83-jährige, gerade mit dem Milton-Friedman-Freiheitspreis ausgezeichnete Mao Yushi als „Wirtschaftspapst“ eher ein kluger Vordenker auch der Liberalisierung und Demokratisierung des Reichs der Mitte – und eines kooperativen „Wandels durch Annäherung und Kooperation“ mit dem Westen ist. 69

Die Falken in den US werden weiter bedingungslos versuchen, die PNAC-Doktrin weltweit zu verfolgen und so eben Märkte und Rohstoffquellen militärisch zu sichern und so auch „wirksame Inflationsbekämpfung“ im alten Stile zu leisten. Sie werden so vielleicht bald auch die FEMA-Camps 70 – die auf dem Boden der US noch den Ausschreibungen und Ausführungen der Bush / Cheney-Juntas folgenden Lager in der Erbfolge von Auschwitz, Gulag und Guantanamo füllen müssen, da die stetige Überfrachtung der austeritätsverwöhnten Geldvernichtungsmaschinerie durch den finanziell-militärisch-deindustriellen, also Arbeitsplätze zerstörenden Komplex immer mehr Verelendung in den US  - und die entsprechenden  Massenproteste der 99 % ohne Perspektive mit sich bringen wird.
David Swanson spricht da gar vom „Ertrinken in der Wall Street und dem Ende des zweiten Weltkriegs“ 95, geht er doch auch zurück auf den Bauantrag des Pentagons als größtes Verwaltungsgebäude der Welt am 14. August 1941 und die Anfrage von Senator Arthur Vandenberg damals: „Wenn der Krieg nicht permenent geführt werden soll, warum benötigen wir dann ständige Einrichtungen in dieser Größenordnung für Krieg und alles was dazu gehört“ und er fügte dann hinzu: „Oder ist der Krieg als permanente Einrichtung geplant? “ 95

Die Tauben im Westen – nun – sie müssten sich also neben der medialen Alltagsbekämpfung der Kriegstreiber und der Entlarvung von Propagandalügen auf allen Kanälen eigentlich den Kernen und Ursachen zuwenden und – weltweite Aufklärungskampagnen zur strafrechtlichen Verfolgung der Verbrecher aus den vielfältig verschachtelten Machtkomplexen einleiten. Und – sie müssen eben endlich sicherer und besser hörbar auftreten – wie auch zuletzt, am 21. September 2012 auf der Pressekonferenz des  US-Kongressabgeordneten Walter B. Jones, wo mehrere prominente ehemalige Militärs ihre Unterstützung für die von Jones eingebrachte „gleichlautende Resolution” (HCR) 107 erklären und so eben auch eine Wiedereinsetzung der Verfassung – und der Zustimmung des Kongresses im Kriegsfall fordern. 
Rechtsstaatliches und verfassungskonformes Vorgehen, was bekanntlich nach 911 unter dem Deckmantel des US Patriot’s Act besonders im Falle der Lüge von den nie gefundenen Massenvernichtungswaffen, die zur Rechtfertigung der Irak-Invasion 2003 diente stetig ausgehebelt war. 
Gleichfalls sehr markant ist hier, dass und wie das vehemente Veto Russlands und Chinas im UN-Sicherheitsrat gegen die US- Intervention in Lybien und erst recht in Syrien endlich in den US hier als eindringliche Warnung vor einem eskalierenden Szenario - dem dritten Weltkrieg betrachtet wird. Da scheinen endlich manche eindringlichen Warnungen des chinesischen Drachen und des russischen Bären gehört und – nachempfunden zu werden. 71
Dennoch – im Zuge weit verbreiteter Bewaffnung vieler Staaten mit Nuklearwaffen ist insgesamt der westliche „Rationalitätsbegriff“ immer neu zu hinterfragen. Dies gilt erneut ganz besonders im Hinblick auf das AfPak-Szenario und die Entwicklung dort 2013/14. 
Hans Rühle – Leiter des Planungsstabes im Verteidigungsministerium 1982-1988 hat insofern durchaus Recht, wenn er am 5.11. 2012 in einem Welt Artikel mit dem reißerischen Titel „Wenn der Hass größer als die Angst vor Vergeltung ist - Könnte ein atomar bewaffneter Iran mit Drohungen gestoppt werden? Die Geschichte lehrt: Der nukleare Gegenschlag schreckt fanatische Staaten kaum ab. Der Westen hat das lange nicht verstanden“ 98auf denirrationalen Fanatismus per se als Handlungsmotiv hinweist. Er versäumt jedoch, die Legitimationsfrage der eigenen Irrationalität im Zuge des Versinkens der Pax Americana in den Strudeln der paranoiden Marktbeherrschungskämpfe zu stellen.
Auch wenn es schwer fällt, es heißt Abschied zu nehmen von der Annahme, dass die Rationalität aller Nuklearmächte für alle Zeiten gesichert ist, dass nukleare Abschreckung niemals versagen kann, dass wir nuklear unsterblich sind.
Für die multinukleare Welt des 21. Jahrhunderts gilt, dass gegen “irrationale” Aggressoren nun einmal keine Zweitschlagsdrohung wirkt. Wozu ein Diktator fähig sein kann, wenn er sich als von der “Vorsehung” auserwählter Welteroberer versteht oder in die Enge getrieben, glaubt, sein Volk habe ihn nicht verdient, sollten gerade die Deutschen wissen.“ 98
Dem ist durchaus zuzustimmen, aber – die alleine militärische Option wird da im Zuge paranoid gesicherteren Wohlstandsgefälles nichts nutzen. Da bedarf es eben auch präventiver Strategien, die das irrationale Moment diktatorischer Verzweiflung nachhaltig zurückdrängen und – Vertrauen durch faire Marktregeln erzeugen – durch Zusammenarrbeit an der Lösung von existentiellen Problemen, die da zu Irrationalität und Verzweiflung führen. Denn – auch das lehrt uns die Geschichte des Landes der Richter und Henker und der Dichter und Denker. Insbesondere bei Betrachtung des Jahres 1913 – am „Vorabend der Katastrophe“ 99 des 20. Jahrhunderts sozusagen, wie Florian Illies ja exemplarisch „eine Kultur vor Ausbruch des Weltkriegs“ 99 darstellt – in Anbetracht der teilweise gespenstischen Ruhe in diesen Tagen und Wochen im Herbst 2012 ein umso mahnenderes Buch zur derzeitigen „Krise“: „Die Vergangenheit wird im Durchlauf der Gestirne kurz wieder zur Gegenwart, die Zeiten stürzen ineinander.“ 99

Im beginnenden israelischen Wahlkampf müssen dann ja auch derzeit die dortigen Falken Zeichen senden – „SIGNAL DER ENTSPANNUNG - Israel geht auf Iran zu“, wiedas Handelsblatt -  Atomwaffen-Programm - Israel entschärft Konflikt mit Iran“, wie der Spiegel – „MILITÄRSCHLAG GEGEN IRAN - Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ – wie die Frankfurter Rundschau am 31. Oktober 2012 titelt. 72

Diese Runde ging da an die Tauben, aber – insgesamt sind da bei allen Punktrichtern derzeit nach ungefähr der Hälfte des Kampfes – 8 von 15 Runden - die Falken doch noch klar im Vorteil. Lange hatten eben viele Tauben einfach zu viele Skrupel, während manche Falken ständig hinter dem Rücken des Kampfrichters zu vernichtenden Tiefschlägen ausholten und auch die Videobeweise inzwischen alleine beherrschen – und manipulieren wollen.

Um jedoch die „Entspannungssignale“ dieser letzten Runde sinnig weiterzuverfolgen und so auch vor allem den Tauben neue Luft zu geben und also ein weiteres globales Absinken in Chaos und Zerstörung im Zuge des Niedergangs der Pax Americana zu verhindern bedarf es des Zurückblickens – der Erinnerung an verlorene Werte. Anders, als Präsident Obama es zu Beginn seiner ersten Amtszeit gesagt hat, wo er betonte, dass man nur nach vorne sehen wolle. Denn - das wäre gleichbedeutend mit dem Sieg der Falken – auch wenn’s dann nach Punkten über die volle Kampflänge ginge – das würden die Raubvögel sich nicht mehr nehmen lassen. Ein langsames, aber stetiges Dahinsiechen – mehr als der „Verlust der Unschuld“ wäre die Folge des unendlich so weitergehenden Versinkens in Chaos und Zerstörung – dem langsamen, aber stetigen „Untergang des Abendlandes“ – und nicht nur dessen.

Insofern denn hier auch eine weitere Einschätzung mit anderem Fokus und Blickwinkel – noch einmal zurückgehend zu den Kommentaren von Seiten des klugen russischen Staatsduma-Abgeordneten Födorov von Anfang Oktober 2012:
„Nun - was die Entwicklung der US-Hegemonie betrifft: 
Separationsbemühungen der einzelnen Bundesstaaten. Auch das wird es geben. 
Aber - was Födorov prognostiziert - der Untergang der US - nein - er kennt die Zivilgesellschaft dort kaum. Ich behaupte, es wird sich eine neue “Elite” herausbilden - bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen gerade zwischen den Küstenstaaten in Ost und West und dem Mittleren Westen sind durchaus möglich, aber - die amerikanische Revolution wird auch davon begleitet sein, dass neben der Implosion sich ein neuer Zusammenhalt innerhalb der Föderation herausbildet. Und - eine neue Partnerschaft mit Asien und Europa.
So auf uns selbst zurückgeworfen bleibt uns nichts anderes.“

Wird es also eine Revolution geben in den US – oder – wird ein entsprechend gestärkter US-Präsident Obama nach den Wahlen, in denen im Falle seines Erfolges natürlich besonders die GOP – die zersplitterten Republikaner also geschwächt würden einen friedlichen Umbau einleiten können ?
Eine Schicksalswahl? – Das liegt eben ganz maßgeblich da in den Händen der US-Zivilgesellschaft. Und – nicht nur der. Auch in unseren Händen. 43

Ist da also in Anbetracht solcher Zustände, die da wirklich nichts für schwache Nerven sind die „bedingungslose Transparenz“, wie sie da immer wieder von Vielen gefordert wird – die Bürgerbeteiligung in allen Phasen wirklich der Weisheit letzter Schluss oder – überfordert dies nicht vielmehr die meisten Menschen, denen da Kompetenzen in allen Sach- und Fachthemen aufgebürdet werden, denen sie aber so kaum nachkommen können ?
Oder – ist es nicht besser, da viel mehr kompetente Bürger in die jeweiligen Entscheidungsgremien zu holen und somit politischen Filz zu entflechten?  
Filz, der da aus vielfach „korrupten und völlig überforderten“ Menschen besteht und der immer mehr die Gefahr birgt, dass sie – und wir mit ihnen noch weiter in diesen Sümpfen versinken und so alles über uns zusammenstürzt?

Und  - ist diese „bedingungslose Transparenz“, die da immer gefordert wird nicht eigentlich die Fortführung der „Totalen Demokratie“ mit anderen Mitteln und – vermag sie da wieder Vertrauensgewinn in Staat und Gesellschaft bewirken bei den Bürgern ? Und – wenn alle Informationen jederzeit offen und immer zugänglich wären – was geschieht dann mit den Kleinsten und Schwächsten in der Gesellschaft  - den Kindern?

„Einem Kind, das man liebt wird man nie zumuten, dass es zu früh mit Krieg und Zerstörung - Mord und Raub konfrontiert wird. Man wird alles versuchen, dass das Kind gut schläft und wohl behalten ist - dass es träumen kann von Feen und Wölfen - Nymphen und Piraten.
2001 haben die Falken in den Geheimdiensten gemeinsam mit ebensolchen in maßgeblichen Thinktanks die Tauben kalt erwischt. 
Meine Tochter ist knapp drei Wochen nach 911 geboren.
Bis Ende 2005/ Anfang 2006 habe ich irgendwie gearbeitet. 
Dann konnte ich irgendwann nicht mehr schlafen.
Arg verkürzt jetzt - es gab vieles, das einer Neuorientierung bedurfte.
Anfang 2007 begann ich zu bloggen.
Im Herbst dann - die Foren waren voller Kriegshetzer. 
Dann gab es diesen denkwürdigen Putsch der US-Geheimdienste gegen die Bushisten - alle iranischen Atomprogramme (die eben auch die Aufbereitung zur Herstellung von Atombomben beinhalteten) waren schon 2003 gestoppt worden, ließen die siegreichen Tauben da verkünden.
Klar dann - die Arbeit in Kabul - die größte berufliche und menschliche Herausforderung meines Lebens. Und - die größte Ernüchterung. Tiefe Abgründe. Betrachtungen der einen und der anderen Seite der Medaillen - immer auf dem schmalen Rand dazwischen balancierend.
Nun - jetzt im Moment sind beide Seiten - Falken wie Tauben hoch gewappnet.
Und - es geht um Alles oder Nichts.
Mein Sohn ist kurz nach meiner Rückkehr aus Kabul geboren.
Habe in all den Jahren in die tiefsten Abgründe gesehen - letztlich, um den beiden eine bessere Zukunft - und Gegenwart bieten zu können. Und - es gibt nicht wenige, die immer wieder behaupten, ich sei ein Agent. Wie dem auch sei - manche haben Angst vor mir.
Ohne Geheimdienste hätten meine Kinder entsetzliche Alpträume.
Und - die hätte ich dann erst recht.“

So schrieb also der Verfasser dieser Zeilen da in seinem letzten Kommentar seinerzeit, Anfang Oktober 2012 zum Interview mit dem russischen Staatsduma-Abgeordneten Jewgeni Födorov.36 

Das, was andere da „Cyber-war“ nennen - die Embargopolitik ist lange schon im Gange und ist bereits zur neuen Variante der „Kanonenbootpolitik“  - mit Drohnen, Robotern, kleinen unbewaffneten Spionageflugzeugen, Computerviren und den Medien geworden. 
Aber - vor dem großen Schritt – hier jetzt dem Angriff auf Iran – zwangsläufig auch mit Beteiligung – baldigem Kriegseintritt Chinas und Russlands scheut’s alle - auch die größten Falken im Westen da unter dem Vorzeichen der zerfallenden Pax Americana.
Letztlich steht’s 1:1 zwischen Tauben und Falken.
2001 haben die Raubvögel gewonnen - 2007 die Tauben - jetzt geht’s ums Ganze - und - das wissen beide Seiten. Es geht aber auch und besonders um eine Neu-Orientierung der Weltpolitik – hin zu mehr Kooperation, statt Konfrontation. Dafür bedarf es eben vermehrt – der Verständigung – des intensivierten Austauschs mit dem vermeintlichen Gegner und seiner Motive – seiner Ängste und Probleme also auch. 

So gibt es derzeit viele Menschen, die da endlich die bisher primär westlich dominierte Geschichtsschreibung ergänzen und so in der Folge etwa von Muhammad Asad, der am 2. Juli 1900 in Lemberg als Leopold Weis geboren wurde und als „Korrespondent der Frankfurter Zeitung, Diplomat und islamischer Gelehrter“ 96 arbeitete viele andere Sichtweisen ergänzen.
Insofern erfährt das, was da bisher zumeist starr dogmatisch einseitig – überwiegend mit westlichen Augen interpretiert wurde – die Geschichtsschreibung per se als Monopol einer streng genormten „Wissenschaftsnomenklatur“  eine Erweiterung und – dieselben Ereignisse – dieselben „Geschichten“ werden unter ganz anderen Gesichtspunkten – aus ganz anderen Blickwinkeln betrachtet – westlichen wie östlichen – nördlichen wie südlichen Betrachtungen unter Einbeziehung vieler Seiten vieler Medaillen, die da doch alle irgendwo – Kopf und Zahl und einen schmalen Rand dazwischen aufweisen. Und – es ist höchste Zeit dafür, dies nun anzugehen und weiterzutragen.

Ob also die Lobbyisten des finanziell-militärisch-(de-)industriellen Komplexes in den US  - im Westen egal mit welchem Präsidenten auch immer als Gallionsfigur ihre Ziele durchsetzen wollen – das Zeitfenster ist klein. Die Zukunft ist ein kleiner Lichtschlitz im vermeintlichen Kontinuum – dem zittrigen Zeitpfeil, der da aus der Vergangenheit in die Gegenwart herüberreicht.
Präsident Obama - siegt er, dann könnte mit entsprechend massiven Protesten der US-Bevölkerung - und manchen europäischen Völkern - nicht zu vergessen Ägyptern und anderen Völkern im Nahen und Mittleren Osten – auch dem Volke Israels eine Weiterführung der PNAC-Agenda verhindert und – eine konstruktive Neuorientierung angegangen werden.
Siegt Gouverneur Mitt Romney, dann wird’s schwerer und härter, aber – machbar ist eine Zurückdrängung der Splitter des „Projektes für ein neues amerikanisches Jahrhundert“ (PNAC) trotzdem. Denn – die Splitter rammen sich immer tiefer ins Fleisch der Menschen an vielen Orten und – noch kann man sie entfernen. Noch spüren wir sie – die Wunden dort.

Dafür benötigen wir aber auch Echtzeit-Konzepte, wie wir in Ermangelung der bisherigen sozialwissenschaftlichen Theorien realwirtschaftlichen Aufbau steuern – überall im globalen Dorf, das schon längst eine Stadt ist, aber das auch in dieser Hinsicht völlig versäumt hat, die erforderlichen Ausgleiche zwischen Stadt und Land – Raum und Zeit – Nord und Süd zu bewerkstelligen.
Die Frage ist ja auch immer – wer profitiert von der Verlagerung industrieller Produktion in den Süden – wer zahlt die Zeche oder – wie kann man aus linearem und eindimensional in eine Richtung tendierendem „Wachstum“ um jeden Preis wieder Kreisläufe der Wertschöpfung machen ?



Anmerkungen:
24    http://www.nytimes.com/2011/12/31/opinion/chinas-shaky-economic-foundation.html?_r=3&  - generell zur chinesischen Wirtschaft – zum 12. Fünfjahresplan - http://www.china-botschaft.de/det/dszl/baogao/t826701.htm    
36    http://www.youtube.com/watch?v=KZ4BIuQ5FTE

43    http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-10/obama-fruehwaehler-umfrage
,
http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-10/obama-romney-debatte ,
http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-10/obama-tv-debatte-romney  und – ganz ganz wichtig dieser großartige Artikel von Eric T. Hansen zur deutschen und amerikanischen Debattenkultur. Man könnte da auch die Frage anschließen - warum schaffen es alle progressiven Gruppierungen in Deutschland nicht, ein wirkliches Gegengewicht zum rasenden Stillstand des NeoKonservativismus, NeoFeudalismus etc. - dem stetig Neu-Alten aufzubauen?
http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-10/usa-wahlkampf-obama-romney-tv-debatte/komplettansicht 
62 http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Scholl-Latour 
68            http://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient, http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Länder_nach_Einkommensverteilunghttp://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensverteilung#Weltweite_Entwicklungen_im_20._Jahrhundert
69               http://en.wikipedia.org/wiki/Mao_Yushi , http://www.cato.org/special/friedman/yushi/index.html , und ganz besonders dieses Interview: http://blog.foreignpolicy.com/posts/2012/05/04/the_chinese_government_is_not_evil
70              http://der-richtige-riecher.blogspot.de/2011/12/us-regierung-aktiviert-fema-camps-im.html und http://www.youtube.com/watch?v=ck6Fw3np03c
71              http://www.youtube.com/watch?v=ZmZ8gGIbeUU&feature=plcp
72   http://www.handelsblatt.com/politik/international/signal-der-entspannung-israel-geht-auf-iran-zu/7325838.html ,  http://www.spiegel.de/politik/ausland/israelischer-minister-barak-iran-legt-atomwaffen-programm-auf-eis-a-864388.html
, http://www.fr-online.de/politik/militaerschlag-gegen-iran-aufgeschoben-ist-nicht-aufgehoben,1472596,20757210.html   
92

Siehe dazu auch die Spiegel-Serie zu China in Heft 42, 43 und 44 vom 15., 22. und 29.10.2012. 

96               http://de.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Asad und http://anyarchitectsandengineers.tumblr.com/post/34969163920/ever-since-greek-and-roman-times-european?og=1&fb_action_ids=534910789856918&fb_action_types=tumblr-feed%3Areblog&fb_source=aggregation&fb_aggregation_id=288381481237582 
97              http://www.ngo-online.de/2012/11/5/islamisten-oder-china-im-visier/
98       http://www.welt.de/politik/ausland/article110661887/Wenn-der-Hass-groesser-als-die-Angst-vor-Vergeltung-ist.html
99    Spiegel Nr. 43, 22.10.2012, S. 128 – Florian Illies: „1913 – der Sommer des Jahrhunderts“ – S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2012; Hm - eigentlich macht Florian Illies etwas, was viele auch derzeit machen - meine Wenigkeit seit 2006 - andere seit längerem oder kürzerem - die Beschreibung einer untergehenden Welt und  - das Ausstoßen mahnender Weckrufe in die Wüsten der “Alternativlosigkeit” - das Aufzeigen also von Pfaden und Wegen jenseits der in 1913 vorgezeichneten ausgetretenen Trampelpfade - http://www.sueddeutsche.de/kultur/-von-florian-illies-am-vorabend-der-katastrophe-1.1505528 und http://www.amazon.de/1913-Sommer-Jahrhunderts-Florian-Illies/dp/3100368010     



Wie kann man Orte heute wieder aufbauen?       hier




März 27, 2012
Israel – Iran – MOUT – EUROGENDFOR und Partnerbrigaden – der finanziell-militärisch-industrielle Komplex und die Falken darin oder – Mr. President – haben Sie da noch alles im Griff ?

Nun – den Friedensnobelpreis als Vorschuss erhält man so nicht alle Tage und – tatsächlich haben Sie sich zuletzt ja mächtig ins Zeug gelegt – die Rhetorik, mit der Sie Israels paranoiden und durch ihre tragische jüngere Geschichte zutiefst traumatisierten Falken zeigen wollten, wer da der Boss ist – das war gut, aber – die Strategie dieser klugen Raubvögel – die scheint sehr biegsam zu sein. Die Falken im finanziell-militärischen Komplex – den industriellen wollen die ja eher wieder „Heim ins Reich“ holen – die scheinen immer wieder neue Lücken zu finden.
Sie sollten aufpassen, Mr.  President – auch wenn Wahlkampf ist – wäre schade, wenn es da bald keinen mehr gäbe, der da die Geschichte Ihres Friedensnobelpreises weitertragen würde – jammerschade.
1.   Alle so genannten „Experten“ ignorieren das Hauptmotiv der Falken zwischen Pentagon, Wall-Street und Knesset und ihrer vielen Gefolgsleute auf den oberen globalen Oligarchieebenen – aus bekannten Gründen der Political Correctness: drohender Macht- und damit – Gesichtsverlust bei gleichzeitiger Maximalverdrängung unliebsamer Tatsachen, die da hinter der zunehmend ausgehöhlten Stirnplatte ankommen könnten.
2.   Auch beim letzten großen Versuch, da eine vermeintliche Weltherrschaft kriegerisch herbeizuführen – damals getätigt durch diesen Wahnsinnigen aus Braunau – den verhinderten mittelmäßigen – eher schlechten Künstler ging der ganzen Sache der Bund mit dem finanziell-militärisch-industriellen Komplex voraus. Am 26./27. Januar 1932 hat Hitler vor dem Industrieclub Düsseldorf jene Rede gehalten, die ihm die Unterstützung der Montanindustrie des Ruhrgebiets zugestand. Er versprach darin auch, mithin als Gegenleistung für die Unterstützung aller Pläne, die in Folge der Wirtschaftskrise 1929 und der Reparationslast aus WK 1 aufbegehrende Arbeiterbewegung „nachhaltig“ zu zerschlagen.1 Ist ihm ja auch mit deutscher Gründlichkeit gelungen.
3.   Die erste Phase des Ermächtigungsgesetzes in den US – der USA Patriot Act in Folge von 911 wurde auch beschlossen, nachdem da ein als Flugzeug verkaufter Marschflugkörper genau jenen frisch sanierten Flügel des Pentagons getroffen hatte, in dem alle Materialien zum mehrere Billionen-Dollar-Loch im US-Verteidigungshaushalt lagerten, das da Rumsfeld als frisch vereidigten Verteidigungsminister der ersten Bush-Junta vorgelegt worden war. Er war trotz PNAC (Projekt für ein Neues amerikanisches Jahrhundert) -Doktrin im Herbst 2000 zum „Neuaufbau der amerikanischen Verteidigung“ und zur „Sicherung der Ressourcen – insbesondere der Ölfelder“ 2 ja wahrscheinlich noch der naiven Vorstellung erlegen,  er könne da einen „ruhigen und rechtschaffenen Job“ tun. Es handelt sich ja bei all diesen Typen entweder um a) alte Männer, die ein unilaterales, also einseitiges Weltbild haben, in dem Gegner und Feinde wirklich als Hindernisse auf ihrem polternden Weg durch die Weltgeschichte gar nicht vorkommen oder b) Mikrostrategen, die Kaskaden von Fehlern, die eigentlich auch zunehmend alles geltende Recht „im Großen und Ganzen“ aushöhlen mit ihren kleinen Schritten im täglichen Kleinklein auch des Information Overkill cachieren. Diejenigen also, bei denen zumeist ihre eigentliche stetige Haltung im rechtsfreien Raum auch vor ihrem eigenen Gewissen im Kleinklein untergeht, die aber so die Rückräume für die Poltergeister a) hier und – den eigenen Blick in den Spiegel „mit gutem Gewissen“ so sichern.
4.   US-Soziologe Richard Sennett spricht im „flexiblen Menschen“ – im US-Original „The Corroded Character“ – also  - „Der ausgehöhlte Charakter“ von Oligopolen, die da überall vorherrschen und, die als Monopole zwar Macht in gewaltigem Ausmaß konzentrieren aber mittels ihres diskontinuierlichen institutionellen Umbaus und der flexiblen Spezialisierung der Produktion welcher materieller und / oder ideeller Werte auch immer dennoch einen dezentralen Charakter bewahren 3
Somit ist ihre Nicht-Angreifbarkeit gewährleistet. Die Machthalter können stetig jegliche Kritik – jeglichen Versuch, „das System“, das sie schützen in irgendeiner Art und Weise anzufechten nach allen Regeln der Kunst und mit Verweis auf das Große und Ganze und die Notwendigkeit des unbedingten Erhalts desselben für Sicherheit und Ordnung abwiegeln. Sicherheit und Ordnung ja auch – das wird stetig damit suggeriert -  des kleinen Spargutinhabers  - oder des Kleinaktionärs – und des Rentners, der da seinen wohl verdienten Lebensabend in Ruhe bestreiten will – trotz Target-2-Saldi o.ä. 4 oder – solche Themen eben – in stetig gefordertem ignorantem Wegschauen einfach wegschaltend.
5.   Die nun sich abzeichnende nächste Phase der Ermächtigung der global dezentral im „Rasenden Stillstand“ stetiger Ausbremsmanöver agierenden „Stagnationverwaltung“ (neo-) feudaler Machterhalter sieht alle drei Säulen des Weltfinanzsystems in höchst gefährdetem Zustand: - IWF/ Weltbank/ Dollar sind durch stetige Kriege und immer stärkeren Verlust der Unterstützung durch das Volk – die 99 % auch in den US in Folge von 911 daselbst massivst zerschossen. Nach Greg Smith von Goldman Sachs und dem anonymen „Kronzeugen“ bei JP Morgan bekommt nun auch der Chef der FED Dallas kalte Füße und fordert ein Ende des „Too-Big-To-Fail-Dogmas“ 5 – sprich – auch große Banken sollen zerschlagen werden, wenn die volkswirtschaftliche Gesundung dies erfordert. – Der Euroraum – das stetige Mikromanagement der Merkozysten hat letztlich dazu geführt, dass Europas „Führung“ ein zersplitterter Haufen von post-heroischen Angsthasen ist, die da vor der Flinte der US herlaufen und sich gelegentlich mit Wattebäuschen gegen einzelne Schrotladungen wehren. So schütteln sie dann auch immer weiter jegliche Legitimation durch das Stimmvieh auf der Weide ab.
Die eigenen Fehlerkaskaden jedoch, die von immer mehr Menschen im Alten Europa wahrgenommen werden – da gibt’s kein Zurück mehr – also – Augen zu und durch – wohin? – ach ja – mal sehen – na ja – der Iran ist ja auch böse !
China indes steht vor einer gewaltigen Überproduktions- und – hauptsächlich Immobilienblase -  „Urbanisierungen nach dem klassischen Modell – wie in Manchester, Chicago, Berlin oder St. Petersburg – gibt es auch heute noch in China und in einigen anderen Weltgegenden. Es darf allerdings nicht übersehen werden, dass die industrielle Revolution in Chinas Städten vergleichbare Entwicklungen anderswo ausschließt. Sie absorbiert alle Kapazitäten für Erzeugnisse der Leichtindustrie – und zunehmend auch für alles andere…“ - so der US-Soziologe Mike Davis 6
Finanzkrise – Eurokrise – das Menetekel der Rezession – der Hyperinflation und der damit einhergehenden Massenaufstände der Heere der Wanderarbeiter – all dies zeichnet sich deutlich vor den Augen der KP-Führung hier ab – Leute, die ja 1/5 der Menschheit vertreten und nun zunehmend die Flucht nach vorne antreten. Der einzige Weg mithin, wie es scheint. Denn – andererseits weiß man in dem Reich, das da um seine Mitte stetig ringt und auch nie wieder auf die Zeiten nach den Opium-Kriegen, als man permanent die Schläge des Westens entgegennehmen musste zurückfallen möchte, dass, wer da hinten dran ist auch die Schläge erhält. Und – die wollte China nie wieder vom Westen so erhalten. 
Wer will das auch schon, Mr. President ? Ihre Vorfahren in Kenia – oder frühere Nachbarn in Jakarta, die vielleicht nicht zu den 1 % gehören sicher auch nicht. 

 

6.   Was macht also der chinesische Drache, der da nicht immerzu gedemütigt werden will und der erkannt hat, dass das hohe Ausgangstempo und die strategische Klugheit und Flexibilität der einzige Vorteil sind nach vielen Dummheiten, die man scheinbar begehen musste, weil man eben neben den anderen oben stehen wollte? 
Man begräbt unter den „Neu-Kapitalisten“, die da erst nach der Hälfte der Zeit – also nach 20 Jahren auf den nun schon rund 40 Jahre rollenden Zug des von allen Bremsen befreiten (Raubtier-) Kapitalismus aufgesprungen sind alte Rivalitäten – auch Russlands Putin und Singh in Indien versucht man als Partner zu gewinnen. Und – sowohl von Putin – aber eben auch aus China hört man andere Töne – Rückbesinnungen auf alte – mithin egalitäre Werte - „Die Wirtschaftsentwicklung dient grundsätzlich dem Glück des Volkes.“  - wie Botschafter Wu bei der Vorstellung des 12. Fünfjahresplans im Mai 2011 sagt. Und – Beijing steuert gewaltig gegen neoliberalen Wildwuchs in diesen Tagen. Die magische Hand ist einer hart steuernden gewichen. Der einzige – aber harte und zähe Weg mithin.
Alles nur Propaganda ? Wohl kaum. Im Westen sollte man weniger über die Propaganda auf der anderen Seite reden als einmal die eigenen Striemen der verfehlten Vorherrschaftsgelüste auf der Stirnplatte betrachten und dafür, dass man sich ein ums andere Male den Kopf gestoßen hat dann andere verantwortlich machen. 
Wohl sollte man aber auch im China 170 Jahre nach dem ersten Opiumkrieg endlich sehen, dass eine „Versöhnung mit der Vergangenheit eher mit dem Verständnis ihrer Komplexität einhergeht als damit, diese Geschichte in ihrer Vielfältigkeit einfach als Legende im Sinne von Moralaposteln mit stetigem Fingerzeig auf den anderen zu gebrauchen“ 7

7.   Und – man hört deutliche Warnungen – etwa von Putin auf der Münchner Sicherheitskonferenz -  vor dem entfesselten finanziell-militärisch-(industriellen) Komplex gerade auch der US. 
Und - während das europäische Kaninchen weiter aus Angst vor den fürchterlichen Schrotkugeln über die abgemähte Wiese auf der Suche nach seinem zerstörten – und ausgeräucherten Bau hoppelt wird berichtet, dass in Zusammenhang mit der „Aufrüstung Chinas“ noch nie seit dem 2. Weltkrieg so viel US-Militär im Pazifik stationiert war. 8 Dass Chinas Aufrüstung eher als Reaktion auf das permanente US-Säbelrasseln und die gewaltige Expansion des hier primär industriell-finanziell-militärischen Apparates zu bezeichnen ist – das sollte eigentlich jedem halbwegs des Denkens fähigen Menschen bald klar sein. 
Schließlich spricht allein die Tatsache, dass da die erste Bush-Junta immer noch auf freiem Fuß ist schon eine deutliche Sprache, wer da wirklich in den „Corporate States of America“ immer noch das Sagen hat. Aber – man scheint da mancherorts das eiskalte Metall des Gewehrlaufes an der eigenen Zunge zu spüren. Hitler war zu diesem Zeitpunkt 1945 wenigstens einmal ein vernünftig und empathisch denkender und fühlender Mensch und drückte da ab. Von den vielen, die da das Gesicht nicht verlieren und den hohlen Moment der (All-) Macht genießen wollen ist das zum jetzigen Zeitpunkt wohl (noch) nicht zu erwarten.
Damit wird eigentlich zunehmend deutlicher, wie da die Strategie der totalen Ermächtigung des finanziell-militärischen Komplexes – und der Heimholung der industriellen Komponente von den Werkbänken der Welt auf der Südhalbkugel – insbesondere im Reich der Mitte aussehen soll – zumindest, wie sich da die klügsten oder - zumindest die kühnsten der Falken das in ihren wilden Träumen so ausmalen:
-     Im Moment des Angriffs Israels auf den Iran – eines Angriffes, der ja letztlich von einer paranoiden, zutiefst traumatisierten Nation und ihrer existentiell bedrohten Führung ausgeführt wird, die somit als Speerspitze des Apparates, der da zwischen Wall-Street und Pentagon in Sicherheit hockt fungiert wird selbstverständlich auch das europäische Kaninchen gefährdet sein. Herzinfarkt nicht ausgeschlossen. 
Ergo kann man in der Folge auch den europäischen Finanzraum besetzen – alle weiteren Maßnahmen zur Sicherung der Herrschaft sind mit den Vasallenregimen dort  - insbesondere in Anbetracht der gefährdeten Merkozy Berlin-Uckermark-Vichy-Paris Achse geradezu ein Heimspiel. Und – genügend Unterstützer hat man in den oberen Kastenebenen dort auch bereit stehen. Gerade das absolute Kompetenzvakuum im Außenministerium des Schattens von Neu-Teutonia wird ja immer wieder betonen, wie wichtig die bedingungslose Unterstützung Israels für Deutschland ist – auch wenn, was zu erwarten ist, da kein Spaziergang draus wird, sondern der böse Assad und der böse Achmadinejad sich eben unverschämterweise wehren werden. So wie das ja auch dereinst der böse Saddam und kürzlich noch der böse Gaddafi getan haben. Was hier in keinster Weise Diktatoren wie besagte Herren rechtfertigen soll. Sind sie jedoch so alleine auf den Thronen der Vanitas – der unbeschränkten und scheinbar allmächtigen Eitelkeit ?
-     MOUT – Military Operations on Urbanized Terrain 9 Kommandos in den US und EUROGENDFOR 10 und Partnerbrigaden – auch deutsche Spezialkommandos sicher irgendwie einem Mandat und einem Zahlmeister folgend darunter proben ja schon länger die primär urbane Aufstandsbekämfung und – Europa hat da viel dazugelernt in letzter Zeit – insbesondere nun auf dem nächsten Erprobungsfeld, in Athen, während MOUT folgende Einheiten spätestens seit 1997 schon ihre Trainingseinheiten in den Slums zerstörter Fragmente von US-Städten wie Detroit und LA abhalten und so ja auch im Blitzkrieg Bagdad und andere Städte erst einmal kontrollieren konnten. Zu welchem Preis jedoch, Mr. President ?
-     Als es im Frühling 1996 in der Zeitschrift des US- Army War College hieß: „Die Zukunft der Kriegführung liegt in den Straßen, Abwasserkanälen, Hochhäusern und dem Häusermeer, aus dem die zerstörten Städte der Welt bestehen. … Unsere jüngste Militärgeschichte ist gespickt mit Städtenamen wie Tuzla, Mogadischu, Los Angeles (!), Beirut, Panama City, Hué, Saigon, Santo Domingo – aber diese Zusammenstöße sind nur der Prolog des eigentlichen Dramas, das uns noch bevorsteht,“ 11 – da hatte die Welt noch keine Ahnung davon, dass dies mittels des PNAC schon bald zu einer offiziell – im Hintergrund einer „Regierung“ stehenden Doktrin werden – mithin – eine Handlungsanweisung für eine Welt-(zerstörungs-) ordnung darstellen würde.
Soll das also ewig so weitergehen in diesem Projekt für ein neues amerikanisches Jahrhundert, Mr. President ?
-     Allianzen von Falken und Kaninchen – wie eben zwischen den Finanz-Oligarchen und den Scharfmachern im Pentagon in den US und ihren treuen Gefolgsleuten in Europa enden meist damit, dass das Leit-Kaninchen seine fehlenden Nachkommenschaften dem klugen und blitzschnellen Raubvogel opfert. Denn – der Vogel mit dem Geschmack des kalten Metalls an der Zunge hat kluge Überlebensinstinkte – es handelt sich eben um Menschen, deren Instinkte in solchen Momenten weiter gehen, als sie es bei einem Tier jemals zu sein vermögen würden – bis hin zur Selbstauslöschung auch der Nachkommenschaften – nur, um ja nicht das Gesicht zu verlieren.
-     Im Pazifischen Raum würde man China schnell kontrollieren wollen – strategische Planspiele zeichnen sich dadurch aus, dass da Leute, die häufig nicht mal Blut sehen können und wahrscheinlich weder selbst jemals eine Leiche gesehen haben, noch überhaupt eine Vorstellung davon haben, wie es ist, wenn ein Mensch – wenn ein lebendes Wesen stirbt Befehle geben, die genau dies in Massen tun – töten – Menschen und alles andere „unwerte Leben“. Das Grauen selbst wird  - wie so viele Unliebsamkeiten stetig verdrängt. Alles wird ein Spaziergang – leichtes Spiel. Gezielte, klinisch perfekte Tötung – Ausmerzung nur des Bösen – mit anderen Worten - Maximalverdrängung pur.
-     Apelle von „besorgten Bürgern“ im Netz etc. – das nutzt bei den Maximalverdrängern da recht wenig. Kommt zumal meist gar nicht an in den abgeschotteten oberen Hierarchieebenen. Enttarnung und – massenhafte Demaskierung – das nutzt da schon eher. Der Gesichtsverlust sollte komplett sein – Abwiegelungen sollten schwer bis unmöglich sein. Wenn der eine oder andere alte Mann oder sonst wer, der da seine Yacht in den belagerten Häfen von Bermuda versenkt sieht dann das kalte Metall an der Zunge nicht mehr ertragen kann und – gegebenenfalls sogar abdrückt – selbstverständlich in die richtige Richtung – nicht also vorher noch den Lauf gegen andere richtet – es sollte nur recht sein, wenn er oder sie sich dann diese Freiheit nimmt – als letzter ehrbarer Akt, der denn auch zeigt, dass man doch irgendwann menschlich wird und an folgende Generationen auf dem einzigen Planeten, wo Menschen bisher leben konnten für einen Moment der Empathie dachte.
-     Dann sollte auch allmählich der Weg frei sein für das, was Jeremy Rifkin als „Dritte Industrielle Revolution“ 12 bezeichnet hat. Ein langer und beschwerlicher Weg, der eben auch ein Weg in ein Zeitalter einer „empathischen Zivilisation“ 13 – um nochmals diesen US-Soziologen ins Spiel zu bringen ist. Höchst überfällig, wenn man bedenkt, wie lange da die globale Stagnationsverwaltung den Planeten aus überwiegend privatwirtschaftlichen Interessen heraus ohne jegliche Fehlerkorrektur heruntergewirtschaftet hat. 
Und – Charles Darwin, der immer die Übertragung seiner Evolutionstheorie auf den Menschen abgelehnt hat kann endlich beruhigt schlafen.
-     Ein „Spaziergang“ wird das alles nicht. Es wird viele Kurzschlusshandlungen geben. Der große Waffengang jedoch – die unkontrollierte Eskalation von Vertretern der Species Mensch, die da scheinbar nicht wissen, was sie da tun – die gilt es unbedingt zu vermeiden. 
Da haben Sie noch einige Arbeit vor sich, Mr. President. Aber – keine Angst – Sie sind da nicht alleine.
-     Demaskierung – Aufdeckung potentieller Strategien jedoch schafft Irritation und – vielleicht auch Fahnenflucht einiger Vernünftiger – wie etwa Greg Smith und andere. Und – sie ermöglicht eben manchen aus diesen gewaltigen Interessensgruppen des finanziell-militärisch-(industriellen) Komplexes und ihrer politischen Komplizenschaften die Annahme von Vernunft mittels einer Kronzeugenregelung, die ihnen dann eben auch Straffreiheit garantieren sollte – bei Mitarbeit an Aufdeckung und Verfolgung weiterer Täterschaften.

Eines ist also gewiss – Mr. President – die 99 % in den US – und die, die da allmählich im alten Europa aufwachen – und – die werden immer mehr - die berufen sich da durchaus zu Recht auf die Tradition des Humanismus – und sie fühlen ihre „Heimat“, wie man im Deutschen sagt – ihr „Watan“, wie es auf Dari in Afghanistan heißt zutiefst in der Geschichte der Menschheit in Süd und Nord – auf ost-westlichen Diwanen zu Hause und in den ausgemergelten Böden dort verwurzelt – in den Lüften über den Smogschleiern nach Atem ringend – in verseuchten Flüssen mit den letzten Fischen im Trüben tauchend – und - die werden sich nicht versklaven lassen – wir sind freie Menschen – und – wir werden auch als solche sterben.
Sagen Sie das Ihren Kunden, die Sie eigentlich nicht so bedienen wollten, als Sie da in Ihr Abenteuer White House gezogen sind - die Ihnen aber letztlich permanent zeigten, wo es da lang geht in Ihrem wunderschönen Land, dessen Verfassung auf dem Lauf eines Gewehres begründet wurde.
Alleinherrschaften – das wird es auf der Welt nie geben – weder die von Nazideutschland hatte Bestand, noch die der Corporate States of America wird es haben – beide werden nur verbrannte Erde hinterlassen – und – das gilt heute noch mehr als vor bald 67 Jahren.
Das sollten Sie als Träger eines Preises, den Sie immer noch nicht verdient haben eigentlich besser wissen als manche verzweifelten und erblindenden Falken.
Also – verdienen Sie sich endlich Ihren Preis oder – sollte es da bald noch eine Geschichte zu überliefern geben an wen auch immer – sehen Sie zu, dass Sie in dieser Geschichte nicht als Betrüger – sondern als Held dastehen.
Einsam bleibt man sowieso immer – ob als das Eine oder das Andere.
Dass Frieden mehr ist als nur die Abwesenheit von Krieg – soll er wirklich etwas wert sein – das wissen Ihre Vorfahren, wo auch immer sie da herkommen auch besser.
Also – Glückauf, Mr. President. Es wird Zeit, bald da wirklich durchzustarten.
Denn – uns bleibt da nicht mehr so viel Zeit – also – uns da, als Ganzes.

Und – da das hier ja ein US-Forum mit Servern in NYC ist und Sie die Wut von einem, der da immer wieder Steine auf Berghänge heraufrollt und weiß, dass er immer ins Leere spricht – diejenigen also, die’s wirklich angeht wie wir alle viel zu viel zu tun haben werde ich mir dann bald möglichst jene Freiheit nehmen, die der gute Albert Camus da dem glücklichen Sisyphos zuspricht und das ganze Geschwafel hier ins Englische übersetzen.
Vielleicht hört’s ja einer da oben bei Ihnen, Mr. President.
Denn – eigentlich sind Sie doch gar nicht so ein schlechter Kerl, wie manche den aus Ihnen machen wollen, oder ?

Alle Fotos aus Hangzhou - Wall Street English und  - der Fotograf vor der Linse - Städtebau in China und – Klimatechnik in einem Land, das scheinbar endlich realisiert, dass es auf den falschen Zug aufgesprungen ist - Der Westsee in Hangzhou – skeptische Blicke – wohin auch immer

Nachtrag am Karfreitag, den 6. April – wieder aus China die Sache betrachtend – zumal in Anbetracht der Diskussionen in Deutschland um Günther Grass’ Prosagedicht „Was gesagt werden muss“ 14 :
Erich Fried, selber jüdischer Wiener – oder – Wiener Jude – jüdischer Mitbürger – Dichter und Denker, dessen Vater 1938 an den Folgen eines Gestapo-Verhörs verstarb – der dann über Belgien nach London flüchtete und dort bis 1962 lebte hat auch viele Gedichte  - auch „Warngedichte“ oder gar – „Höre. Israel!“ an Israel gerichtet 15.
Natürlich heilt die Zeit solche gewaltigen Wunden, wie sie jüdische Mitbürger – mithin das jüdische Volk durch Nazideutschland zugefügt wurden nicht. Dennoch sollte immer ein Prozess der Verständigung – nicht der stetigen Projektion gesucht werden. Das scheint immer weniger der Fall zu sein und widerspricht eigentlich der benannten banalen Weisheit völlig.
Natürlich muss hier auch nicht gesagt werden, dass der hier Schreibende Ahmadinejad nicht für einen Heiligen hält – er ist ein Despot, der die großartige persische Kulturnation genauso herunterreißt oder spaltet wie alle anderen nach dem Sturz Mohammed Mossadeghs 1953 – der ja auch erfolgte, um iranisches Öl besonders für die US wieder fließen zu lassen 16 .
Inwiefern manche Äußerungen Ahmadinejads zu Israel völlig aus dem Zusammenhang gerissen und dann auch in Übersetzungen bewusst verdreht und verschärft werden – da gibt es sehr widersprüchliche Aussagen – für und gegen den Angeklagten. Im Sinne des „In dubbio pro Reo“ jedoch sollte man immer bei Missverständnissen den Dialog – das Gespräch suchen. Das wäre zumindest ein zivilisierter Umgang und das fehlt hier leider völlig – nur von Seiten des Davids Ahmadinejad oder auch von Seiten des Goliaths US und Israel ?
Als Kulturnation, als Land, das der per se immer eine gute Verbindung mit Persien, dem Iran hatte, der zudem sich als Rechtsstaat bezeichnet käme da Deutschland eine gute Vermittlerrolle zupass. Das würde jedoch bedeuten, Größe und Lernfähigkeit aus den Schatten der Geschichte zu beweisen, die alle hier nicht im Geringsten an den Tag legen.
Wer Wunden stetig mit Chili-Öl benetzter Zunge leckt muss sich bald fragen lassen, was er da verkehrt macht oder – was sein eigentliches Ziel ist.
Die Vorwürfe gegen Grass gehen sofort zu den üblichen Stereotypen über, um dann persönliche Diffamierungen als feine, aber gezielte und - massenhafte Nadelstiche zu setzen. Die Auseinandersetzung in der Sache – bezogen auf Menschen im Nahen und Mittleren Osten und deren Lebensrecht – auf eine Weltgemeinschaft, die gerade von den Größten da rationales und kluges Verhalten verlangen sollte – das fehlt völlig. 

Und – wenn der hier Schreibende die Analogien zwischen Hitlers Rede vor dem Industrieclub Düsseldorf und den derzeitigen finanziell-militärisch-industriellen Netzwerkverbindungen im phänomenologischen Sinne aufzeigen will, so möge man nicht sofort schreien, dass da einer Opfer und Täter sträflicherweise vertauscht oder gar – die sechs Millionen Holocaust-Opfer verspottet. In dubbio pro reo heißt auch, man überlege, in welchem Kontext der Autor einen Vergleich welcher Akteure auf welcher Ebene zieht – inwiefern ist das eine Ereignis und das andere unabhängig von den einzelnen Tätern vergleichbar – bezüglich der Motivation und der Art der Zweckbündnisse zum Erreichen von welchen harten und weichen – Nah- und Fernzielen, die da sich abzeichnen. Und – wenn zudem ähnliche Interessengruppen dahinter stehen – umso frappierender die Analogie per se als Hypothese.

Zum Thema der „Verschwörungstheorie“ – der Herdentrieb des Menschen zeigt sich wahrscheinlich am deutlichsten im Moment der Märtyrerverehrung und der Lynchjustiz – beide dienen der tiefsten Katharsis. Wenn zudem Wohlstands- / Machtmehrung als Belohnung dahinter winkt – umso besser. Es handelt sich aber bei solchen Ereignissen wie dem nun angestrebten Konflikt Israels mit dem Iran erfahrungsgemäß um Wohlstands- und Machtmehrung nur für eine kleine Gruppe – die berühmten 1 % und – ob die allzu lange etwas davon haben werden – man muss nicht Einstein heißen, um das zu bezweifeln.17

 

Anmerkungen

 1       http://de.wikipedia.org/wiki/Hitlers_Rede_vor_dem_Industrie-Club_Düsseldorf
 2       http://www.zeitenschrift.com/news/sn-29606-pentagon.ihtml und http://de.wikipedia.org/wiki/Project_for_the_New_American_Century
3       Der flexible Mensch - Richard Sennett; dt. Ausgabe: ©1998 Berlin Verlag GmbH, Berlin, S. 59
4       Hans-Werner Sinn in Spiegel-online – „Der Mann und die Milliarden-Bombe“ http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,817004-2,00.htmlgrundsätzliche Fragen zum Rechtsstatus der Bundesbank und des EZB-Systems aufgrund der „weiter explodierenden Target-2 Salden - http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2012/03/05/weiter-explodierende-target2-salden-werf  - und eine Stellungnahme vom Bund der Steuerzahler in Bayern e.V zu Target-2- Saldi – zu Aussagen von Bundesbankpräsident Jens Weidmann in der FAZ vom 12.03.2012 – http://www.querschuesse.de/stellungnahme-target2-bund-der-steuerzahler-in-bayern-e-v/  und http://www.facebook.com/notes/johann-koenitz/powercapitalism-verlustsozialisierung-oder-auch-geburtswehen-des-neuen-prekariat/333353246715781
5       http://www.businessinsider.com/dallas-fed-calls-for-breakup-of-big-banks-2012-3            
6       Mike Davis’ „Planet der Slums“ – Assoziation A / © Berlin / Hamburg 2007, 2. Auflage September 2011 – hier aus dem „Dossier Megastädte“ der Bundeszentrale für politische Bildung – http://www.bpb.de/themen/SB18M2,0,Planet_der_Slums.html  
7       Aus einer Rezension im UK-Guardian von Rana Mitter für Julia Lovells Buch „The Opium War – Drugs, Dreams and the Making of China“ – „Der Opiumkrieg – Drogen, Träume und das Werden und die Entstehung Chinas“ – Picador – London, Basingstoke und Oxford, © Julia Lovell 2011.
Interessant dazu auch eine völlig gegensätzliche Rezension im Guardian von Julia Hilton, die da eher einen sehr eingefahrenen Weg einschlägt – http://www.guardian.co.uk/books/2011/sep/11/opium-wars-julia-lovell-review  - in westlicher, zumal britischer „Orientalismus-Tradition“ – während Rana Mitter - Professor für Geschichte und Politik des Modernen Chinas in Oxford zumal als jemand mit vielfältigen Wurzeln im britischen Commonwealth wesentlich weniger tendenziell und damit vielseitiger die tief schürfende, bisweilen wunderbar sarkastisch menschliche Schwächen mit „nachhaltigen“ – geradezu fundamentalen politisch / nationalen Auswirkungen kommentierende Arbeit der jungen Autorin aus London zu würdigen weiß - http://www.guardian.co.uk/books/2011/sep/02/opium-war-julia-lovell-review
8       http://www.businessinsider.com/us-deployments-to-asia-pacific-coincide-with-chinas-expansion-2012-3
9       http://en.wikipedia.org/wiki/Urban_warfare  und http://www.globalsecurity.org/military/ops/mout.htm
10     http://de.wikipedia.org/wiki/Europäische_Gendarmerietruppe und http://www.youtube.com/watch?v=1C5OKfGwXj8&feature=youtu.be und
11     Major Ralph Peters, „Our Soldiers, their Cities“, Parameters, Frühling 1996 – gefunden in Mike Davis’ „Planet der Slums“ – Assoziation A / © Berlin / Hamburg 2007, 2. Auflage September 2011, S. 212
12     http://www.huffingtonpost.com/jeremy-rifkin/the-third-industrial-revolution-_b_964049.html  - Auszug aus dem Buch von Jeremy Rifkin „The Third Industrial Revolution: How Lateral Power is Transforming Energy, the Economy, and the World“ , Palgrave Macmillan 2011
13     „Die empathische Zivilisation – Wege zu einem globalen Bewusstsein“ – Jeremy Rifkin; © Campus Verlag Frankfurt / New York 2009 - Übersetzt aus dem Amerikanischen von Ulrike Bischoff, Waltraud Götting, Xenia Osthelder – siehe dazu auch einige Rezensionen - http://www.perlentaucher.de/buch/33552.html und - gleichfalls mit einem Youtube-Video-Interview mit dem Autor aus einem 3sat-Bericht -also – deutsch synchronisiert - http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=12349  - in Englisch auch ein langes Interview hier:
http://www.youtube.com/watch?v=nQN_13KawUw&feature=player_embedded
14     http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,825744,00.html und http://www.tagesschau.de/kommentar/grass106.html und http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-04/guenter-grass-gedicht-israel/komplettansicht
15     http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fried#Leben_und_Werk und http://home.arcor.de/giv/infi/intifada.html
16     http://de.wikipedia.org/wiki/Iran#Zweiter_Weltkrieg_und_danach
17     http://zitate.net/zitate/suche.html?query=albert+einstein&page=2

 

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