April 8, 2012
Energiewende adé ?

Beispiel Solarbranche – wie Kyoto als letzter zaghafter Versuch im Zuge degenerativer Nationalstaatspolitik im globalen Dorf einmal mehr ausgebremst wird – auf wessen Kosten wohl – oder – was entwickelt das so benannte Ministerium in Deutschland da eigentlich?

Eigentlich kann man es kaum noch hören – Solarenergie ist zu teuer in der Herstellung und – so viel Silizium ist gar nicht da auf den Märkten und so weiter und so fort. Wie immer, wenn über Jahre  - Jahrzehnte gar dieselben Argumente gebraucht werden kann doch da irgendetwas nicht stimmen. Und – Kyoto – da war doch mal was – das ehrgeizige Projekt „Bekämpfung des Klimawandels“ – bevorzugt natürlich mittels „erneuerbarer Energien“ nährte sich ja eine gewisse Zeit von dieser Hoffnung. Einer Hoffnung mithin, die einen zivilisatorischen Umgang mit den gewaltigen anthropogenen Klimaeinflüssen in den einzelnen Vierteln der globalen Stadt  - und eine integrativ agierende Politik voraussetzt. Mithin – verantwortungsvolles aufklärerisches Agieren auf den Märkten und – eine entsprechende Regulierung unter einem supranational beschlossenen und verbindlichen Ziel- und entsprechendem Maßnahmenkatalog – einem Katalog zudem, der natürlich Ausgleichs- und Kompensationsmittel bindet, diese jedoch aufgrund der globalen Notwendigkeit denn auch als wichtigste Handlungsprämisse für einen sinnvollen Umgang mit den erschöpften Kräften und Ressourcen von Planet A – der Erde als bisher einzigem Lebensraum des Homo Sapiens Sapiens als Pflicht und Verantwortung über alles andere stellt. Dass dabei frei nach dem Verursacherprinzip besonders die frühen Industriestaaten der westlichen Welt in der Pflicht, aber – Wissens- und Technologietransfer denn auch essentiell sind – das sollte zudem einem jedem, der etwas über den Tellerrand hinausschauen kann (und darf) einleuchten.  Die Ergebnisse indes, was das Kyoto-Protokoll betrifft – die sind ja nun leider hinlänglich bekannt und haben auch bei erbärmlichen Nachfolgeereignissen den Epilog zum Lied des Todes erfahren.
Deutschland – insbesondere unter Merkel jedoch hat sich ja immer als Klimarettungsweltmeister hervorgetan. Insofern - „Du bist nicht allein“ – so sollte doch eigentlich dem Radfahrer in Hamburg, der da findet, dass das Wetter doch viel kälter ist als vor Jahren, weil’s da mal ein paar Tage und Nächte mehr Dauerfrost und Eis und Schnee 2010 / 11 gab und dem das als These seines subjektiven Empfindens genügt, dass der Klimawandel alles Quatsch sei begegnet werden. Dass Klimaforschung per se ein gewaltiger Datenpool aus empirisch gesammelten und ausgewerteten Wetterdaten aus den verschiedenen Klimazonen von Planet A ist und natürlich auch Daten aus den geologischen Erdzeitaltern entsprechend – mithin alle Daten im zeitlichen und räumlichen Kontext der anthropogenen Belastung der Erdathmosphäre evaluieren muss – dieser Respekt vor einer recht jungen Wissenschaft und ihrer Komplexität kommt da eigentlich dem Respekt vor den vielfältigen Lebensbedingungen der Menschen in den verschiedenen Regionen der Erde gleich und – in Kriegs- und Krisenzeiten scheinen Regierungsverantwortliche nie großes Interesse an differenzierten Betrachtungsweisen selbst gehegt oder gar – im Volk geschürt zu haben. Sonst hätte es manche dummen Kriege gar nicht geben dürfen, in denen der Plebs mit Überlebenssicherung – nicht aber mit Verständigung mit dem vermeintlichen Gegner beschäftigt war und ist.
Das Gegenteil  ist also der Fall – der Verbraucher wird stetig verunsichert und – scheinbar an der Nase herumgeführt – mit welchem Ziel jedoch – damit sich gar nichts ändert – warum bloß ?

Betrachten wir uns also eines der Zugpferde der erneuerbaren Energien – gerade auch im Hinblick auf die „Dritte Industrielle Revolution“ 1 Jeremy Rifkins im Frühjahr 2012 – die Solarbranche.
Im November 2011 berichtet China Daily über die Klage von Seiten des Verbunds der  chinesischen Solarhersteller gegen das US-Außenhandelsmimisterium wegen dessen Importschranken und „illegaler Subventionierung der heimischen Industrie“ 2und damit „der Errichtung unfairer Handelsschranken für saubere Energie. … Vertreter der Industrie haben gesagt, dass beide – chinesische Exporteure und US-Solarhersteller große Einbußen als Ergebnis dieser US-Handelsschranken riskieren. Obwohl Chinas Exportrate bei Solarprodukten gestiegen ist, kauft China aber auch vermehrt erneuerbare Energieprodukte aus den US und Billigimporte von Photovoltaik- Produkten haben auch viele chinesische Firmen den Bankrott gebracht, wie der Verband der Chinesischen Photovoltaik-Industrie vorher erklärte.“ 2     Selbstverständlich will man in den US hingegen natürlich wirklich diese letzten funktionierenden und Zukunft verheißenden heimischen Produktionsmargen vor Dumpingprodukten aus China schützen. Aber – die Chinesen reden ja auch von Dumping-Importen. Seltsam.
Im März 2012 dann berichtet die US-Edition von Reuters über die Verdoppelung der Absätze der US-Solarindustrie 2011 gegenüber 2010.  Gleichzeitig wird aber dort von der Schwierigkeit, einzelne Bauelemente oder Rohstoffe auf dem Weltmarkt zu erhalten berichtet – eine Tatsache, die somit zu verminderter Stückzahl der Produktion kommt und die zu 49 Prozent Kursverfall der vier größten Hersteller auf dem US-Markt im Jahre 2011 geführt hat. Nur eine – First Solar – ist in den US beheimatet und hat Werke eben in Perrysburg, Ohio, Frankfurt / Oder und Kulim / Malaysia. Die anderen drei Großen – Suntech Power Holdings, Yingly Green Energy und Trina Solar kommen aus China und produzieren auch dort.
Auch hier wird wieder auf die Erforderlichkeit von Subventionierung des Solarmarktes durch die US-Regierung hingewiesen, um wettbewerbsfähig mit aus Gas und Kohle erzeugtem Strom zu sein.3

Einer der ersten Partner, mit denen der hier Schreibende in Kabul im Frühjahr 2009 versuchte zusammenzuarbeiten war ein alter Solarpionier aus New Mexico – einem Staat mit Sonne satt. Und – er sagte dann auch, dass primär dritte chinesische Wahl an Röhrenkollektoren in Afghanistan zum Einsatz käme. Ausschreibungs- und Vergabemodi der Weltbank – und – alle NGO’s unterliegen bedingungslos diesen Regularien lassen zudem immer das billigste Angebot den Zuschlag erhalten. Nu ist es aber so, dass trotz Klimawandels bisweilen gerade im Winter gewaltige Temperaturunterschiede im afghanischen Hochland zu verzeichnen sind – der tiefste Punkt des Landes liegt ja auf 1300 m ü. NN – da kann es dann schon einmal vorkommen, dass das Thermometer im Winter also etwa 10 ° plus am Tag und 20° C minus in der Nacht zeigt. Und – dann kommt noch die gewaltige Staub- und Abgasbelastung gerade in Kabul als schnellst wachsende Stadt Zentralasiens dazu. Dazu benötigt man schon sehr gute und hochwertige Produkte, fachgerechten Einbau und  - gute Wartung, sonst laufen die „Erfahrungswerte“ schnell gegen Null – bis hin zur offenen Ablehnung – was denn auch die Regel ist. Die Marktbeherrschung durch ein auf fachlicher Unkenntnis basierendes Vergabesystem, das da zudem einem besetzten Land aufoktroyiert wird vergrößert also maßgeblich den „Carbon Footprint“ desselben. Denn – irgendwann bald schon taucht das Thema Solar – ob als Röhrenkollektor primär für Heizung und Warmwassererzeugung, geschweige denn als ungleich teurere und kompliziertere Photovoltaikanlage zur Elektrizitätserzeugung dann auch nur noch in den wenigsten Ausschreibungen überhaupt noch auf. In der Regel aber wird natürlich ohnehin “informell” und ohne Architekten/ Ausschreibung gebaut. Aber – private Bauherren – ob arm, ob reich - ob “formell” oder “informell” - da können sich die wenigsten überhaupt dann noch vorstellen, dass so etwas funktionieren könnte – zumal auf dem „Planeten der Slums“ – zumal in Afghanistans Hauptstadt den meisten einfach auch die Mittel fehlen. Im schon länger sich abzeichnenden zunehmenden „Warlordism“ – verstärkt durch die neoliberalistischen – oder  - neofeudalen Deregulierungen, die die westliche Invasion zu guter Letzt gebracht hat und zudem auch steigender Nahrungsmittelpreise und  - in Anbetracht von ausbleibenden Niederschlägen am Hindukusch – Dürren, Missernten und anderer direkter Folgen des Klimawandels haben die Menschen schlicht andere Sorgen.

Seitdem sind jedoch drei Jahre ins Land gegangen und – die Qualität chinesischer Produkte in der Solarbranche ist enorm gestiegen. Dennoch sind die Kollektoren noch weitaus preiswerter als Vieles, was da im Westen produziert wird. Aber – scheinbar fallen auch da, im Westen „Überproduktionsmargen“ an. Ob diese dann gezielt auf die härtesten Konkurrenzmärkte geschickt werden? – der Verdacht drängt sich unwillkürlich auf. Wie kann es denn überhaupt zur Überproduktion kommen, wenn das Produkt eigentlich zu teuer ist, um als Massenware zu bestehen und die Rohstoffe zu selten und – im Hinblick auf Kyoto ?  Sind der Welt Bangladesh und die Malediven so gleichgültig ? Immerhin hat Indien ja schon weite Teile der Grenze zum kleinen bengalischen Bruderstaat viel besser gesichert. Ob ein Zaun da genügen wird, um Flüchtlinge aus dem sicher zu Monsunzeiten noch heftiger und öfter überfluteten Ganges-Delta und – aus der 12-Millionen-Metropole Dhaka abzufangen – man wagt es zu bezweifeln. Aber – auch andernorts wird ja erfolgreich mit Steigerungen und Weiterentwicklungen der Kalten-Kriegsgrenzen gearbeitet – ob nun zwischen den US und Mexico oder in Gaza.

Der SPIEGEL berichtet Ende Februar 2012 unter dem Titel „Peking päppeln“ – Chinas Solarfirmen erobern den Markt – mit deutscher Hilfe. Die Bundesregierung fördert die Billigkonkurrenz aus Fernost mit Millionenkrediten.“ 4Einerseits sollen also die Subventionen für einheimische Solarhersteller gekürzt werden, andererseits fördert Berlin die „Dumpingkonkurrenz“ von der Werkbank der Welt, die da jenes Produkt, das da eigentlich seit Jahren - Jahrzehnten als völlig ineffizient und – erst in vielen Jahren überhaupt dazu fähig, größere Marktanteile auf dem Strommarkt übernehmen zu können dargestellt wird - das da zudem in den Herstellungskosten und Effizienzraten / Kosten-/ Nutzenrechnungen viel zu teuer ist, wie ständig impliziert wird.  Zudem – auch die Chinesen reden ja von Dumpingpreisprodukten auf ihren Märkten – etwa auch deutsche Überproduktionsmargen ?
Der Zugriff auf Förderungsmittel des Entwicklungshilfeetats zur Förderung der „globalen Klimagerechtigkeit“ ist einheimischen Solarherstellern ja verwehrt – es fragt sich jedoch ganz nebenbei dazu per se, warum solche Gelder nicht für Dorfprojekte mit Teams aus geschulten Agrar- und Wasserbauingenieuren und Architekten in solchen Regionen, wie eben dem Ganges-Delta eingesetzt werden und – was Entwicklungshilfe denn im Kern ist – Unternehmerhilfe oder Verbesserung von Infrastrukturen, die den am härtesten Betroffenen weiterhelfen und dort eben vor Ort – „Hilfe zur Selbsthilfe“ einleiten und lokale Märkte stärken soll ?  Die also Bauern und Dorfgemeinschaften – aber auch peri-urbanen Nachbarschaften – also den dortigen Slum- und Dorfgemeinschaften im Kampf gegen zunehmende Missernten unterstützende Hilfestellung ermöglicht – oder – wie etwa im Gangesdelta – gegen die Versalzung der Böden durch das tiefer ins Land vorrückende Meer – die also den Menschen bei Problemen der Klimaanpassung überall im Süden „Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglicht.  Das würde natürlich auch eine Art Stützpunktpolitik der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) – der Nachfolgeorganisation der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) bedeuten, aber – es würde eben einen holistischen ganzheitlichen Entwicklungshilfeansatz ermöglichen – mit Ausbildung von Teams vor Ort.
So jedoch wird es nur immer absurder.

Insofern bleibt also zu mutmaßen :
        im Zuge der Gehaltssteigerungen, mit denen Peking der zunehmenden sozialen Ungleichheit und wachsenden Unzufriedenheit der natürlich gerade in solchen Branchen auch immer besser ausgebildeten Heere der „Helden der Arbeit“ – zumal in Anbetracht auch hier nicht geringen Inflationswerten begegnen muss, hat es zuletzt, zum Jahreswechsel 2011/ 2012 vielerorts im Schnitt zwanzig Prozent Lohnerhöhungen gegeben.
        Dies ist natürlich sowohl dem Inflationsausgleich – aber auch ganz maßgeblich dem 12. Fünfjahresplan vom Frühjahr 2011 geschuldet, der ja gerade diese massive Steigerung der Binnenkaufkraft – positiv gesagt – der Verringerung der gewaltigen sozialen Unterschiede – negativ gesagt – der Aufstandsvermeidung als Primärziel hat. 5
        Dass damit natürlich auch für chinesische Solarprodukte Gewinnerwartungen – zumal in Anbetracht der US-Handelsschranken geringer werden und der Absatz in andere Schwellenländer  - oder gar in ärmere Länder zudem geringere Erträge bringen wird – auch das liegt auf der Hand.
        Im Februar klagt man insofern schon über eine Überproduktionskrise 6. Der US-Absatzmarkt ist in diesem Zusammenhang natürlich  - gerade in Anbetracht der gewaltigen Macht der Öllobby- der Lobby für fossile Brennstoffe per se in den Corporate States of America mit seinen eigenen sehr späten Versuchen, selbst mehr Eigenproduktion zu starten und seinen Handelsschranken quasi verschlossen.
        Symptomatisch dazu: Wie immer tut man sich dort in den US derzeit mit neuen Elektroautos nicht nur schwer – mit eher zweifelhaften Argumenten zögert man Produktionsstarts hinaus – wie etwa zuletzt bei GM / Opel mit dem Opel Ampera und dem baugleichen Chevrolet Volt, die zwar gerade bereits die Auszeichnung „Auto des Jahres“ eingeheimst haben, aber nun doch erst einmal nicht in Serie gehen 7. Man meidet das Thema Energiewende wie der Teufel das Weihwasser. Das Thema existiert eigentlich nur in ferner Zukunft. Wenn überhaupt. Eigentlich ist es nicht vorstellbar – nicht gewollt – also auch mit aller Kraft nicht gekonnt.

Wie jedoch verhält es sich da beim schwarzgelben Klimarettungsweltmeister mit dieser Aktion – ja – eigentlich dem Programm von Seiten des Entwicklungshilfeministeriums ? Zwar berichtet der SPIEGEL, Minister Niebel habe seine Hilfsprogramme für China schon „vor über einem Jahr eingestellt“ – doch – wie im richtigen Leben heutzutage scheint die rechte Hand da nicht zu wissen, was die linke macht – da „laufen die Kredite der deutschen Förderbanken einfach weiter.“  Auch wird der „Branchenexperte Wolfgang Hummel vom Berliner Zentrum für Solarmarktforschung“ 4 mit der Aussage zitiert: „Für die Bundesregierung mag Solarförderung Klimaschutzpolitik sein, doch für China ist sie Teil einer aggressiven Exportoffensive” – die verkennt, a) wie die Zeichen sich wandeln und China  - wie oben schon gesagt – dringend den Binnenmarkt beleben muss und dies eben auch im Fünfjahresplan programmatisch festgezurrt hat und zudem – wie man eigentlich inzwischen sehr offensiv mit der Umweltproblematik hier umgeht und -  viele kluge Köpfe wissen sehr wohl, dass das Reich der Mitte auch einem ökologischen Kollaps entgegeneilt – ganz abgesehen von den sich dem Ende neigenden strategischen Vorräten an fossilen Brennstoffen und b) wie aggressiv die eigene Exportpolitik bisweilen ist.

Insgesamt drängen sich zum Entwicklungsministerium manche Fragen und Vermutungen – bis hin zu massiven Verdachtsmomenten auf:
-         Dass Dirk Niebel sein Ministerium vor Dienstantritt eigentlich abschaffen wollte ist ja hinlänglich bekannt. Vielleicht hat Angela Merkel ja denn auch gerade deswegen ihm diesen Posten gegeben ?  Kompetenzvakuen – besonders vom kleinen Koalitionspartner lassen sie immer wieder selbst Pluspunkte sammeln  - auf nationalem und internationalem Parkett.
-         Der Eiertanz der Kanzlerin zum Atomausstieg hat natürlich gerade die großen Stromversorger ganz gewaltig in die Bredouille gebracht.
-         Das Programm von Niebels Ministerium jedoch ist schon vor dem Fukushima-Schock, der dann die 180°-Wende von der 180°-Wende – also die 360°- Drehung der Kanzlerin einleitete gestartet worden.
-         Dass die Freien Demagogischen Protze eine 1 % -Partei sind, ist ja auch in zweifacher Hinsicht wahr – Westerwelles Mövenpick-Startgeschenk steht da beispielhaft neben den stetigen Tiraden gegen spätrömisch dekadentes Gebaren bei den 99 %, die da die Partei der Großunternehmerfreunde nicht (mehr) wählen.
-         Was jedoch soll das Ausspielen der heimischen Solarindustrie gegen die chinesische Solarindustrie, deren bald führende Stellung auf dem Weltmarkt sich auch schon 2009 deutlich abzeichnete ? Dass es sich da um „ein Versehen“ handelt – das ist kaum glaubhaft. Und – dass KfW-Kredite an die chinesische Solarbranche immer noch – oder verstärkt nach 2009 geflossen sind  und bis 2013 weiterlaufen – das ist eigentlich ungeheuerlich.
-         Will man da – zumal in Anbetracht der stetig durch den großen Mann in der Nachfolge Ribbentrops im Außenministerium propagierten U-Boot-Deals mit der stärker denn je säbelrasselnden Atommacht Israel gegenüber dem vermeintlichen Atomwaffenhersteller Iran  beim Verteilen der Keulen für die Überlebenden des Dritten Weltkrieges die überlebenden  1 % schon gleich zum Start des Vierten auf 0,5 % reduzieren ?
-         Oder – jetzt ohne Polemik – wollte man damals die großen Energieversorger in ihrer Hinhaltetaktik in Sachen erneuerbare Energien – geschweige denn – das Unwort „Energiewende“ unterstützen, indem man die aufstrebende Solarindustrie so schwächen wollte – zumal jetzt verstärkt durch die Subventionskürzungen ?
-         Denn die Notwendigkeit des Neubaus von Großkraftwerken bestand schon vor Fukushima für die großen Energiekonzerne. Diese Notwendigkeit jedoch wurde durch den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomkraft für die großen Vier da – E.on, RWE, EnBW und Vattenfall dann zur unvermeidlichen Prämisse allen Tuns.
-         Hat Herr Niebel womöglich schon einen Beratervertrag bei einem der vier Konzerne für die Zeit nach seinem baldigen Polit-Karriereende in der Tasche ?  Denn – dass die 1% Partei 2013 dann gegebenenfalls schon bei 0,5 % gelandet sein könnte – das wurde ja schon oben angedeutet. Für eine außerhalb der Rudimente der Verfassung stehende Regierungspartei immer noch ein beachtliches Ergebnis.

Vielleicht sollte Frank Asbeck – Chef und Gründer von Solarworld aus Bonn – einem der hochwertigsten Solarhersteller weltweit ja weniger eine Klage gegen die Chinesische Solarindustrie anstreben – was er ja schon in den US mit sechs Mitbewerbern getan hat 8, sondern – er sollte vielleicht auch darüber nachdenken, gegen Berlin – und gegen Minister Niebel zu klagen. Denn – das, was dort gelaufen ist, das stellt sich in jedem Falle als viel verfemter dar als das, was die Chinesen da tun.
Denn - wie dem auch sei – all diese Vorgänge bedürfen einer dringenden Überprüfung. Ein „Versehen“ wäre ein Zeugnis von unglaublichen Dilettantismus - im Falle von Vorsatz, dann sollte das hoffentlich bewirken, dass da die verbrecherischste gesamtdeutsche Regierung seit 1945 endlich dahin geschickt werden kann, wo sie hingehört. Es gab ja nicht viele Regierungen nach dem Anschluss der DDR ans Grundgesetzgebiet, aber diese war nun wirklich eine Wahl des Henkers durch den so zur Schlachtbank Eilenden – das Volk. Und – der „kleine“ Koalitionspartner – wie man da von Anbeginn eiligst bemüht war, die eigenen Pfründe und die der bevorzugten Klientel zu sichern – als unbedingte Vertreter der „Ellenbogengesellschaft“ – das ist von einer Schamlosigkeit sondergleichen und widerspricht jeglichem demokratisch rechtsstaatlichem – und damit auch – gemeinwohlorientierten Gebaren.

Wer weiß – vielleicht hat ja Westerwelle auch schon seine Zusage bei Mövenpick nach Ende seiner Polit-Karriere in der Tasche ?
Um hier ein weiteres alt-bekanntes Bild zu gebrauchen, das immer den Kriegshetzern und bauernschlauen „Nach-mir-die-Sintflut-ich-hab-ja-einen-sicheren-Bunker-im-Garten-Pragmatikern“ zur Legitimation ihres verbrecherischen Handelns  - hier und allerorten diente – der Dolchstoß von vorne – er wird meistens erwartet und – da gibt es genügend Abwehrtechniken – der Dolchstoß jedoch von hinten – aus den eigenen Reihen – er kommt häufig in aller Heimtücke – unerwartet und blitzschnell und – oft kommt da jede Drehung zu spät. Im finanziell-industriell-militärischen Komplex in Deutschland hat er zudem unrühmliche Tradition – wie gerade auch Hitlers Bündnis mit der Schwerindustrie des Ruhrgebiets – beschlossen im Industrieclub Düsseldorf Ende Januar 1932 deutlich macht – wo der Gröfaz denn auch die Zerschlagung der aufbegehrenden Arbeiterschaft versprach, die ja dann bald auch massenhaft in den vielfältigen Gruppierungen und Organisationen der Partei aufging – und die dann in Anbetracht des Aufschwungs der Schwerindustrie, die ja genügend Kriegsvorbereitungen zu treffen hatte und dem Autobahnbau – „von der Mars bis an die Memel“ bald bereitwillig massenhaft in die „Heim ins Reich- Kanons“ einstimmte und den rechten Arm zum Gruße hob.
Lady Macbeth’ erfolgreicher Dolchstoß von hinten – zwischen die Rippen mit mehrmaligem lustvollem Drehen des Messers, um die Attacke auch erfolgreich – zumeist eben tödlich zu beenden – es ist wahrscheinlich der schmerzhafteste und schlimmste Abschied, den jemand, der sich da durchaus berechtigte Hoffnung auf eine Führungsposition machen konnte erleben muss. In der Regel jedoch geht so etwas schnell – und das Opfer bekommt gar nichts mehr mit.
Die deutsche Solarbranche, die nun sozusagen diesen Doppelschlag „wegstecken“ muss – Subventionskürzungen und Gegeneinander Ausspielen eines großen Konkurrenten durch das eigene Heimatland – sie wird lange brauchen, sich zu sammeln.
Zeit indes, die die „Energieriesen“ gewonnen haben, um vollendete Tatsachen zu schaffen – neue Großkraftwerke mit erhöhten Subventionen zu planen und zu bauen.
Natürlich – das ist ganz sicher zu erwarten – wird man da mit allen Kräften abwiegeln, aber – ist dieser Doppelschlag in seiner Publizität zu diesem Zeitpunkt nicht ein seltsamer Zufall ?

Und – zu einem anderen Themenkomplex hierin – dem zunehmenden Protektionismus – bis hin zu Handelskriegen, wie hier in der Solarbranche: Wer hat denn vor ca. 40 Jahren damit begonnen, die gesamte Industrie auszulagern – um Produktionskosten zu senken – und Gewinnmargen zu vergrößern – waren das nicht die berühmten 1 % zuerst der Corporate States of America  – dann bald auch Old Europes? Hat insofern ein Mr. Obama das Recht, chinesische Waren abzuqualifizieren und sich so zu verhalten wie zuletzt – „Ich mag kein Zeug, das dort (in China) produziert und dann hier verkauft wird. Die Sachen sollen hier produziert und dort verkauft werden.“ 9– etwas, was sich eben auch in den US-Handelsschranken gegenüber chinesischen Solarprodukten niederschlägt ? – Waren es nicht zwei Hauptgründe, ganz überspitzt gesagt – warum man die industrielle Wertschöpfung vom Norden in den Süden – insbesondere nach China verlagerte :
-         Damit man Lohnkosten sparen konnte – bis hin quasi zur Sklavenarbeit in sogenannten Entwicklungsländern, in denen es nicht so etwas Störendes wie Tarif- und Gewerkschaftsrecht gab und
-         Damit man alle kostspieligen Umweltauflagen an Produktionsanlagen umgehen und – am besten den Sklaven, die da malochten gleich auch noch die Schwermetalle und andere Giftrückstände vor die Blechwand der Schlafstätte – oder übers karge Gemüsebeet kippen konnte ?
-         Also  - mit anderen Worten - um die unternehmerischen Gewinnmargen zu allererst zu erhöhen. 
-         Inzwischen ist man im Süden – insbesondere in Chinas „europäischem Osten“ – aber auch in vielen anderen Schwellenländern weiter und auch spezialisierter auch in der eigenen Produktfertigung – gleichwohl jedoch wäre da Technologie- und Wissenstransfer – Forschung und Entwicklung – durchaus zu vernünftigen Marktbedingungen vonnöten, um den Kampf gegen den Klimawandel und gegen die Verslumung der Städte – gegen die Gefahren des Auseinanderbrechens der Weltbevölkerung in immer mehr Arme und Chancenlose und wenige Reiche wirklich aufzunehmen.
-         Dafür muss aber auch Bildung nicht wie derzeit in den US so teuer sein, dass die meisten Studenten in die Zahlungsunfähigkeit auf bankrotten Märkten hinein studieren.
-         Und – China ist nun inzwischen ja die „Werkbank der Welt“ und – die Speerspitze des Südens. Man weiß jedoch hier ganz sicher, dass man mit Kriegen die gewaltigen Probleme des Klimawandels nicht lösen kann. Denn – der kommt auch in den Norden und Westen – wenn auch nicht ganz so zerstörerisch wie im Süden des Globus.
-         Die Reaktions- und Adaptionsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels ist eben auch ganz maßgeblich geprägt durch ein Armutsproblem.
-         Und – wer bezahlt  - wie immer bei Kriegen – so aber auch bei Handelskriegen – zumal von einem solchen Produkt, das eigentlich ein wesentlicher Träger der längst überfälligen „Dritten Industriellen Revolution“ ist die Zeche ? – Zu allererst jetzt schon – die Arbeiter in dieser Hoffnungsbranche – sowohl in China – als auch in Deutschland oder den US.
-         Denn – die Arbeitskraft – die Kapazitäten für die Dritte Industrielle Revolution ist überall vorhanden – so wie die Produkte im Überfluss vorhanden sind.
-         Auch die Planung und Ausführung der im Dinosaurierzeitalter unvorstellbar gewordenen „Energiewende“ – und Integration zentraler und dezentraler Netzwerkskomponenten und deren Weiterentwicklung – all das könnte schnell zu einem sinnfälligen Umbau der “globalen Versorgungsökonomie” gebracht werden – das verdeutlicht die traurige Farce des Handelskrieges in der Solarbranche zudem.
-         Ein solches – wie oben angedeutetes Vorgehen im Rahmen der Dritten Industriellen Revolution jedoch – auch das liegt auf der Hand – das hätte partizipatorische Grundzüge – (globales) Gemeinwohl würde über Eigenwohl gestellt und – die Unternehmergewinne geschmälert – aber auch – das Dinosaurierdenken beendet werden. In Anbetracht des als bekannt vorausgesetzten Schicksals der Riesenechsen für den Homo Sapiens Sapiens selbst nicht unbedingt die schlechteste aller möglichen Wahlen. 
-         Selbstverständlich - Prämisse für all dies - wäre einmal mehr - ein Ende der geldpolitischen globalen Hängepartie mittels einer Währungsreform, die eben solche Prämissen oben an setzt. Eine Illusion ? Wer weiß - eine größere Illusion als die derzeitigen Zins- und Zinseszinsblasen ohne weitere gigantische Konfliktpotentiale ist eigentlich kaum vorstellbar. 
Abgesehen von der Unmöglichkeit für alle Staaten, überhaupt jemals die Schulden da zurückzuzahlen – die Schulden, die letztlich überall der Bevölkerung aufgebürdet werden und die zudem alle Kräfte zerstören, die da gebündelt ganz maßgeblich Lösungswege aufzeigen könnten. Die zudem die Menschen  - die berühmten 99 % überall an den Rand des Abgrunds – und immer mehr eben auch darüber hinaus bringen. 
Insofern könnte Israels Säbelrasseln gegenüber Iran jetzt nur ein kleiner Vorgeschmack sein auf viele dunkle Wolken, die sich da weiter am Horizont abzeichnen. 

Die ersten Nachtflugmanöver seit langem über Hangzhou scheinen vorbei am Samstagabend vor Ostern. Ob man das als beruhigendes oder eher beunruhigendes Zeichen deuten soll – man weiß es nicht. Ich für meinen Teil bin jetzt erst einmal beruhigt. Schöne Ostern.

 Alle Fotos – Abendszenen vom Westsee in Hangzhou – Samstagabend, 7. April 2012

 

Anmerkungen 

1           http://www.huffingtonpost.com/jeremy-rifkin/the-third-industrial-revolution-_b_964049.html  - Auszug aus dem Buch von Jeremy Rifkin „The Third Industrial Revolution: How Lateral Power is Transforming Energy, the Economy, and the World“ , Palgrave Macmillan 2011
2           http://www.enbar.net/en/2011-11-26/content7_174917.shtml
3           http://www.reuters.com/article/2012/03/14/us-solar-us-idUSBRE82D08J20120314
4           Der SPIEGEL 9/ 2012 -  http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-84162311.html
5           Einmal mehr - Botschafter Wu bei der Vorstellung des 12. Fünfjahresplans der Volksrepublik China im Hotel Albrechtshof in Berlin am 25. Mai 2011 - http://www.china-botschaft.de/det/dszl/baogao/t826701.htm
6           http://usa.chinadaily.com.cn/weekly/2012-02/24/content_14681304.htm   
7           http://www.focus.de/auto/automessen/genf2012/opel-in-genf-preise-pech-und-pannen_aid_721950.html    
8           http://www.solar-efficiency-for-future.org/articles/china-reagiert-schneller-auf-den-solarboom-als-deutschland-und-kuerzt-solarfoerderung/
9           http://www.zeit.de/2012/15/Globalisierung-Handelskriege/komplettansicht

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